Kaufst du noch deine Putzmittel oder setzt du sie schon selber an?
Wenn wir schonmal leckere Orangen oder Zitronen aus anderen Ländern futtern, achten wir darauf, dass wir die Schalen nicht nur in unseren Hauskompost “Bokashi” geben, sondern auch anderweitig weiterverwenden. Zum Beispiel als duftende Reinigungsmittel zum Schrubben! “Duftend” ist auf einem Bauernhof immer eine willkommene Abwechselung und die wöchentliche Putzparty braucht immer Nachschub an Mittel für Bäder, Küchen und Böden! Achja, und es spart Plastikmüll!
Super Simpel! Für diesen Allzweckreiniger braucht ihr lediglich:
1. Ein großes Gefäß 2. Weißen Haushaltsessig 3. Schalen von euren Lieblingszitrusfrüchten (Orangen, Mandarinen, Zitronen, Grapefruits)
Gebt die Schalen in ein Glas
Die Schalen mit dem Essig vollständig bedecken
Dann darf das Ganze ca. 2-4 Woche durchziehen. Ihr könnt gerne immer mal etwas Essig nachgießen, damit alles bedeckt bleibt und es nicht schimmelt.
Wenn der Reiniger fertig ist, verfärbt sich der Essig leicht und es duftet angenehm nach Zitrusfrüchten.
Nachdem der Zitrusreiniger durchgezogen ist, könnt ihr ihn durch ein feines Sieb abseihen und in (Sprüh)flaschen füllen.
Käse scheint eines der Nahrungsmittel zu sein, auf das wir nur sehr schlecht verzichten können! DENN ER IST EINFACH SOOOO LECKER! Das Käsen aus frischer, gesunder Milch in verschiedene Käsearten eine alte Bauerntradition, an sich ganz einfach und nicht per se schlecht für die Umwelt. Es kommt – wie bei allem – drauf an, wie wir ihn produzieren, welche Ressourcen wir verwenden und wie viele wir indirekt dadurch verbrauchen.
Gutes Weidemanagement 🙂
Da Hof Luna ein Rinderbetrieb ist, schreibe ich heute darüber, wie easy Kuhmilch-Feta gemacht ist, und möchte an meinen Beitrag Die Kuh ist kein Klima-Killer erinnern, in dem es um den besonderen Wert von Kühen für einen lebendigen Boden und ihre Bedeutung für das Aufenthalten des Klimawandels geht. Wenn wir wieder kleine – bestenfalls ökologische – Rinderbetriebe und Bauernhöfe in unserer Umgebung unterstützen, frische Milch kaufen und unseren eigenen Käse in unserer Küche herstellen, erinnern wir uns, woher der Käse auf unseren Tellern kommt, welche Menschen dahinter stecken, welche Arbeit. Es entsteht eine ganz neue Wertschätzung für jeden Bissen Käse. Wir können uns die Ställe angucken, mit den Tieren und Menschen kommunizieren und uns so vor Ort entscheiden, ob wir uns gut fühlen bei dem Kauf der Milch oder anderen Produkten. Natürlich ist es viel Zeit, die wir in Lebensmittel investieren, die wir im Supermarkt im Nu kaufen könnten. Daher kann man sogar eine kleine Frage wie diese, der Eigenherstellung von Käse, zu einer Lebensstil-Frage machen, bei der der FETA nur symbolisch für unser ganzes Essen steht.
Machen wa’ aber jetzt lieber nicht, denn dies ist auch für jeden einzelnen sehr individuell. Außerdem geht’s ja hier nur um das Rezept. DESWEGEN liebe Leute: Für alle, die es einfach mal ausprobieren möchten, gibt es jetzt ganz easy peasy das Rezept für den leckeren FETA Käse. Das Rezept ist für 10l Milch gedacht. Ihr könnt es aber ganz nach euren Mengenwünschen anpassen.
1. Bevor du beginnst, ist es wichtig alle Geräte mit kochendem Wasser abzuspülen. Hygiene und so.
2. Die Milch in einen Topf geben und unter rühren auf 95°C erhitzen. Das Rühren ist wichtig damit die Milch unten nicht ansetzt oder anbrennt. Für das Messen gibt es extra Lebensmittel-Thermometer. Wer nichts passendes zur Hand hat, kann versuchen es nach Gefühl zu machen. 95°C sind 5°C bevor es kocht. Das heißt man könnte es auch erhitzen bis es anfängt zu blubbern und dann noch kurze Zeit wieder abkühlen lassen bis es -ungefähr- bei 95°C angekommen ist.
3. Nun werden 360ml Zitronensaft nach und nach in die Milch gegossen. Dabei wird mit einem Schneebesen gerührt. Laut unserer Anleitung soll der Zitronensaft halbmondförmig eingegossen werden und dabei kreisend von unten nach oben gerührt werden. Ob das wirklich einen signifikanten Unterschied macht, konnte ich noch nicht feststellen. Was aber tatsächlich passieren sollte, ist ein Ausflocken der Milch.
Rein damit!
Die Milch “flockt aus”
4. Anschließend wird das Gemisch in ein Käsetuch (ein Mull Tuch, Nussmilchbeutel o.ä.) gegeben. Wir du auf dem Foto sehen kannst, fangen wir die Molke (also das, was aus dem Tuch tropft) in einer großen Schale auf. Die Schweine freuen sich riesig darüber. Aber auch für den Kompost ist Molke toll. Falls du nicht so eine Konstruktion bauen willst bzw. die Molke nicht auffangen willst, kannst du dein Mull Tuch auch einfach in ein Sieb legen.
Das Auffangen der ausgeflockten Milch in ein rundes Sieb ausgelegt mit einem Käsetuch/Mull Tuch
KLEINER MOLKE EXKURS
Molke ist das, was bei der Käseherstelleung als Nebenprodukt anfällt. Sie besteht zum größten Teil aus Wasser und enthält viele wasserlösliche Vitamine, Eiweiß, Mineralstoffe und sehr wenig Fett. Sie wird vielfältig verwendet: Wellness- und Fitnessshakes, Kosmetik, Schweinezucht und generell vielfältig in der Industrie. Wer kennt es nicht wenn auf der Zutatenliste steht: Molkereierzeugnisse, Molkenpulver etc.
5. Der Käse sollte jetzt für einige Zeit abtropfen können (ca. 15-30min). Wichtig zu wissen ist, dass der Käse jetzt die Form annimmt, in der er liegt. Etwas schneller geht es, wenn der Käse zusätzlich noch ausgepresst wird, indem etwas schweres oben drauf gestellt wird.
6. Wenn dein Käse die von dir gewünschte Konsistenz hat, kannst ihn aus dem Tuch holen. Tada! Schon in diesem Stadium kann der Käse gegessen werden.
Links der Feta Käse, rechts unsere Konstruktion und die aufgefangene Molke
7. Den Käse in Würfel schneiden.
Noch mehr Feta-like wird er, wenn er noch für einige Tage in Salzlake eingelegt wird. Dafür einfach in eine Schüssel o.ä. füllen und mit Lake bedecken. Gelagert wird der Käse abgedeckt an einem leicht kühlen Ort (Flur, Keller etc.).
REZEPT SALZLAKE (2 LITER)
250ml Essig (z.B. Weisßweinessig) ODER 1TL Zitronensäure 1TL Calcium Chlorid 2-4EL Salz Alles zusammengeben und mit Wasser bis 2l auffüllen. Salzlakeüberschuss kann auch in eine Flasche abgefüllt, leicht kühl, gelagert werden.
8. Nach 2-4 Tagen kann der Feta aus der Salzlake geholt werden und entweder sofort gegessen oder in einem Glas mit Olivenöl aufgefüllt aufbewahrt werden. Besonders lecker ist es, wenn du noch einige Kräuter mit ins Öl gibst, wie Rosmarin oder Oregano.
Köstlich!
Hier wird der Feta gerne für Pizza, Salat oder als Brotbelag gegessen. Das restliche Olivenöl, was nicht auf dem Brot landet, verwenden wir weiter zum Backen oder Kochen. Viel Spaß beim Ausprobieren! Es sieht aufwendiger aus als es ist!
Ja, in der Permakultur geht es viel um Garten- und Landschaftsgestaltung, essbare Waldgärten, Pflanzen, Kompost, das Verständnis von lebendigem Boden, Pflanzengemeinschaften und dem Klima allgemein. Dieser Bereich wird gerne auch grüne Permakultur genannt. Viele kennen unter Permakultur eigentlich nur diesen Bereich: die Regeneration von Natur!
Doch, es gibt auch noch einen anderen Bereich, die soziale Permakultur. Natürlich werden sie eigentlich nicht getrennt von einander betrachtet, denn das ist das was die Permakultur ausmacht: ein ganzheitlicher Ansatz über lebenszentrierte Kreisläufe und deren intelligente Verknüpfung. Indem sich auch der Mensch wieder in die natürlichen Kreisläufe integriert, wird er vom “Schädling” zum “Nützling” für die Erde, um im grünen Vokabular zu bleiben.
Das heißt: nur zusammen gedacht ergeben sie regenerative Räume für Natur und Mensch! Es ist essentiell, zu verstehen, dass Menschen, die aktiv permakulturell leben, arbeiten und forschen, die sozialen Aspekte organisch dynamisch entstehen lassen und bewusst integrieren.
Naja, um die sozialen Aspekte aber besser erklären zu können, bediene ich mich nun trotzdem der Trennung der zwei Begriffe und versuche mich an einer Beschreibung der sozialen Aspekte der Permakultur. Here we go..
“Wir schwimmen im kulturellen Goldfischglas”
Dieser Spruch soll Kultur und unsere Beziehung zu ihr beleuchten. Wir wachsen auf, lernen, wie unsere Eltern und alle anderen Menschen um uns herum Dinge machen, was um uns passiert, verinnerlichen dies, nehmen dies als die Norm war, und hinterfragen das (erstmal) nicht, da es halt einfach so ist. Ein kleiner Goldfisch kennt auch nur sein Glas und weiß nicht, dass es das weite große Meer für ihn gibt.
In der (sozialen) Permakultur geht es schlicht und einfach darum, Menschen dazu zu bringen, die Normalität, die vorherschende Kultur zu beobachten, die Mechanismen dahinter zu verstehen, Dinge zu hinterfragen, und dann bestenfalls mit einem Veränderungsdrang in eine permakulturelle Analyse und Gestaltung zu gehen.
Dann gibt es zwei Ebenen, die natürlich direkt zusammenhängen, die persönliche und die gesellschaftliche: ich und meine Handlungen und Gedanken sowie gesellschaftliche Konstrukte und Phänomene.
Einfache Beispiele wären zum Beispiel: Ich: Wofür gebe ich mein Geld aus? Wieviel Zeit verbringe ich womit und mit wem in meinem Leben? Wie fühlt sich das an? Gesellschaftlich: Welches Bild von Wohlstand vermittelt uns die Gesellschaft? Wie funktionieren unsere Supermärkte? Wo kommen unsere Klamotten her und wieso macht ein Handy zig verschiedene Stops auf der ganzen Welt bevor wir es hier kaufen können? Wieso steigt die Anzahl von Kaiserschnitten so stark in den letzten Jahren? Warum werden Probleme, die alle betreffen, von vielen gerne verdrängt?
Wie du nach der Formulierung von Beobachtungsfragen fortfahren willst, hängt von deinem Ziel ab. Möchtest du ein Problem oder Phänomen einfach besser verstehen? Möchtest du etwas ändern oder dagegen tun, also wird es eine Lösungsgestaltung ? Denn Permakultur bietet praktische Werkzeuge, Übungen und Prinzipiensätze an, die dich durch die Analysephase bis hin zur Gestaltungsplanung, Durchführung und Reflektion leiten können. Leitmodelle, die dich durch den Prozess führen gibt es verschiedene. Dazu wird es dann auch noch einen Post geben.
Auf persönlicher Ebene geht es in der sozialen Permakultur darum, mich und mein Umfeld besser kennenzulernen, eigene Potentiale weiterzuentwickeln, und die volle Verantwortung für mein Handeln, Fühlen und Denken zu übernehmen. Dazu habe ich ja im letzten Post schon etwas geschrieben: Let’s talk about Eigenverantwortung. Weg mit all den Ausreden! Permakultur möchte auf die Wichtigkeit der Eigenverantwortung hinweisen, die es zurückzuerobern gilt, um uns selbst und besonders unseren nachkommenden Generationen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Das geht am besten, wenn wir uns frei und handlungsfähig fühlen.
Dazu geht es auf persönlicher Ebene darum, ein Bewusstsein für die Schönheit von Kooperation, Gemeinschaft und Achtsamkeit zu erlangen und dieses weiterzugeben. Es geht darum, was es bedeutet, regenerativ in sozialen Kontexten zu sein: Wie kann ich mich in eine Beziehung/eine Gemeinschaft/Gesellschaft einbringen, was kann ich zu ihr beitragen, um sie ein Stückchen schöner und stärker zu machen als vorher? Es geht also anstatt um die Regeneration von Natur um die Regernation von Beziehungen hin zu fruchtbaren, lebendigen und DIVERSEN Gesellschaften. Denn wie in natürlichen Ökosystemen, ist es die Diversität an Menschen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Stärken, die Resilienz und Stärke in ein gesellschaftliches System bringen. Das braucht eine Gesellschaft in einer Krise ganz besonders.
Einsteigen statt Aussteigen! Entgegen der Ansichten mancher Menschen oder Medien, Permakultur-Leute seien irgendwelche Hippies oder eben “Aussteiger” der Gesellschaft, ist es – meiner Meinung nach – die wahre Intention bzw. Interpretation der Permakultur die Menschen wachzurütteln und aufzufordern tiefer in die Gesellschaft einzusteigen! Verantwortung für mein Essen, meine Bildung, meine Energieversorgung, meine Gesundheit, meinen Müll, meinen Konsum und mein Wirtschaften zu übernehmen. Mich mit anderen zusammenzuschließen und nach meinen Werten und Überzeugungen zu handeln. Mir ein Bild von dem Leben zu machen, das ich führen möchte und daraufhin Wege zu finden es auch so zu gestalten. Das verlangt Ressourcen, Kreativität, Durchhaltevermögen und Fähigkeiten, die in Gemeinschaft leichter zugänglich und aufrechtzuerhalten sind. Deswegen wird “COMMUNITY” in der Permakultur groß geschrieben.
Ein Foto von unserer Apfelernte im Oktober. Zusammen mit insgesamt 20 Menschen vom Hof und der Gemeinde sind viele Äpfel für leckeren regionalen Bio-Apfelsaft zusammengekommen!
Auf gesellschaftlicher Ebene geht es z.B. darum, die Bedeuutung von Arbeit und Wohlstand neu zu definieren, neue Wirtschaftskreisläufe und ethisches Investieren, Gemeinwohl-Initiativen und Genossenschaften zu fördern und die Diversifizierung von “Kapital” voranzubringen. Neben dem rein finanziellen Kapital sollten andere Formen anerkannt, mehr gewertschätzt und Platz in unseren Köpfen und der Unternehmenskultur finden! Hier Beispiele…
individuelles Kapital: gesundheitliches, emotionales, intellektuelles, spirituelles, zeitliches und Erfahrungskapital,
soziales Kapital: Beziehungen, politische Strukturen
ökologisches Kapital: lebendiges Kapital: Pflanzen, Tiere, Pilze und Erde und lebloses Kapital: Land, Holz, Stein, alle weiteren fossilen und natürlichen Ressourcen.
Hinzukommend geht es darum, den Umschwung vom Denken in Mängeln zum Denken in Überfluss und Dankbarkeit, von linear zu systemisch, und von Problem– zu Lösungsorientiertheit zu schaffen. Dabei geht es sehr stark um unsere Kommunikation, die Bilder und Narrative, die wir erschaffen wollen, die Rolle der Medien, der Bildungsinstitutionen und vieles mehr.
Ich weiß, dass es vielen Menschen verwehrt ist, sich überhaupt diese Art Fragen zu stellen. Für viele sind Zeit und Geld knappe Ressourcen. Deswegen sollte es doch ein Gestaltungsanliegen aller sein, unsere Leben und Gesellschaft so zu gestalten, dass dies alle frei tun können. Alle Gestaltungsprozesse sollten demnach also auch so partizipativ wie möglich durchgeführt werden! So, bald mehr dazu. Ciao bellaaaas e bellos und liebe Grüße aus der derzeitigen Redaktionsstelle HOCHRINDL!
PS: Schreibt mir immer gern ob euch ein Thema besonders interessiert.
Löwenzahn! Wer kennt ihn nicht, die leuchtend gelbe Pflanze, die selbst aus kleinen Rissen im Asphalt herauswachsen kann. Löwenzahn ist robust, anpassungsfähig, überall vorfindbar und allem in einem einfach: kraftvoll!
Während man die Blätter und Blüten über den Sommer auch vielseitig verwenden kann, z.B. als – reichhaltig an Vitamin-C nussige Zugabe von Salaten, oder als leckeren Löwenzahnsirup, überwintert im späteren Jahresverlauf nur noch die Wurzel – Und die ist ein altbekanntes, volkstümliches “Heilmittel” und bringt in kalten Zeiten unser Verdauungs- und Immunsystem in Schwung!
Jetzt im Oktober, und in frostfreien Monaten, ist die perfekte Zeit, um die Wurzeln zu ernten. In den Pfahlwurzeln hat sich jetzt die ganze Kraft der Pflanze zurückgezogen. Diese Power können wir gut in unsere Ernährung integrieren. Die Inhaltsstoffe überzeugen:
🍃Bitterstoffe (im Herbst bitterstoffarm, dafür viel Inulin) 🍃 Vitamine 🍃 Mineralien, vor allem Kalium 🍃 Cholin 🍃 Schleimstoffe 🍃 Triterpene 🍃 Flavonoide 🍃 Kieselsäure 🍃Karotinoide u.a.
frisch aus der Erde: Löwenzahn
Die Anwendung der Wurzel zeigt Wirkung bei: 🍃Appetitlosigkeit 🍃Störung des Gallenflusses 🍃Verdauung anregen 🍃Völlegefühl 🍃Bläääähungen 🍃Harnwege durchspülen 🍃 generell geschwächtem Immunsystem
Aber Vorsicht: es wird geraten, die Wurzeln nicht zu verzehren bei Gallenseinen, Darmverschluss und Gallenblasenentzündung. Ansonsten, ran an den Speck! Hands on: Löwenzahnwurzeln ernten
Ab Herbst, bevor sich die Blätter des Löwenzahns zurückziehen, bis zum späten Frühling, bevor sich die Blüte blicken lässt, kannst du leicht die ganze Pflanze mit ihrer Wurzel ausgraben. Bei festerer Erde empfiehlt es sich, die Erde rundherum etwas aufzulockern. Zum Heben der Wurzel kannst du den Spaten oder evtl. einfach eine (kleine) Handschaufel nehmen. Bei sehr großen Pflanzen ist auch die Grabegabel sinnvoll, um damit die ganze Pflanze zu heben. Apropos groß: Löwenzahnwurzeln können bis zu zwei Meter lang werden!
Verwendung von Löwenzahnwurzeln
Die frische Wurzle kann direkt, bzw. nach dem Reinigen, frisch verwendet werden. In Scheiben geschnitten, kannst du sie frisch in den Salat geben, als Gemüse andünsten oder als frischen Tee aufsetzen. Wenn du ein bisschen mehr Aufwand betreiben willst und eine Mühle hast, kannst du auch den sogenannten “Muckefuck” ausprobieren, den Löwenzahn Kaffee-Ersatz-Kaffee. ( Der beliebte Löwenzahnkaffee ist “von Haus aus” eine milde Kaffeesorte, die lange Ziehzeiten nicht übel nimmt. Wenn du also eher einen starken Kaffee bevorzugst, lass ihn ziehen!)
Wenn wir über einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur inclusive unserer Mitmenschen sprechen, hören wir oft den Satz: “Übernimm Verantwortung für die kommenden Generationen!” … oder “Übernimm Verantwortung für die, die keine Stimme haben wie die Tiere, Bäume und Pflanzen”…
Nicht, dass ich diese Sätze falsch finde. Nur wird der Fokus oft auf ein “Verantwortung für andere Menschen oder Dinge tragen” gelegt anstatt auf eine mindestens genauso wichtige Aufgabe, nämlich erst einmal die Eigenverantwortung für sich selbst bewusst und vollständig anzuerkennen.
Lebst du noch oder verdrängst du schon?Ach ne….
Gedanken wie “Och nää, ich allein kann doch sowieso nichts ändern”, “Meine Anstrengungen werden eh nichts bringen” oder “Wie und wo sollte ich überhaupt anfangen?” führen leicht zu Schuldzuweisungen, und einem unschönen Gefühl von Machtlosigkeit und hoher Fremdbestimmung. “Das alles liegt einfach nicht mehr in meinen Händen” oder “Ich habe die Übersicht und Kontrolle verloren, das bringt alles nichts” – so oder so ähnliche Gedanken sind allgegenwärtig. Das doofe daran ist, dass sie uns eigentlich in keinster Weise helfen und nur eine mentale Patt-Situation hervorrufen. Solch eine “Schockstarre” können wir eigentlich zur Zeit auf einer gesellschaftlicher Ebene wahrnehmen. Die vielen Krisen lassen uns gefühlt eher weniger hinschauen als mehr, ’cause it ain’t pretty!
Die Ängste vor z.B. der Klimaveränderung, Gesundheit, der gesellschaftlichen Ungerechtigkeit, der (eigenen) wirtschaftlichen oder emotionalen Unsicherheit, dem Kontrollverlust usw., die uns überhaupt erst zu solchen Gedanken und der Frage gebracht haben, wird durch diese Haltung ja auch leider nicht verschwinden. Das heißt, eigentlich schießen wir uns mit solch einer “fremdbestimmten” Haltung gleich doppelt ins eigene Bein. Wir schieben die Schuld und unsere negativen Gefühle nicht nur auf andere Leute ab, sei es die Familie, Freunde, Fremde, andere Länder, Politiker, oder den Staat, und verharren im Nichtstun, sondern verdrängen auch die damit verbundenen aufkommende Gefühle. Weeell, und wer schon einmal einen Therapeuten als Vater hatte, weiß: Das ist niemals gut!
Vom Aussteiger zum Einsteiger Also stecken wir den Kopf nicht in den Sand, schauen wir hin, steigen wir nicht aus aus der Gesellschaft, aus Politik, aus Initiativen, aus Projekten, aus unseren Gefühlen und Ängsten, sondern volle Pulle rein! Das mag vielleicht schmerzhaft erscheinen und teilweise sein, aber lässt uns die verzerrte Realität mit der Echtheit der Zeit, ein Konkurrenzgefühl mit Solidarität und ein oft überspieltes “Alles ist supi” mit Verletzlichkeit und Stärke ersetzen. Wenn es alle tun würden, wäre es auch gar nicht so schwer…
Ein großer Schwerpunkt der Permakultur liegt darin genau dies zu erreichen und hilft uns Menschen, in einer Welt, in der “alles ein bisschen außer Kontrolle” erscheint in unsere Eigenverantwortung zurückzufinden. Wenn wir akzeptieren, dass wir allein die Verantwortung für unsere Handlungen, Gefühle und Gedanken und daraus resultierenden Entscheidungen und Situationen tragen, nehmen wir unser Leben und unsere Umwelt ganz anders wahr, weil wir auf einmal sehen, wie viel Spielraum wir eigentlich besitzen die Dinge mitzugestalten!!!
YAY
How to: Eigenverantwortung
Da das eigentlich ein mega komplexes Thema ist aus den Bereichen der Psychologie und Soziologie, könnte man da jetzt wahrscheinlich besser ganz viele Bücher oder andere schlaue Menschen zu empfehlen. Da dies aber ja nicht der Sinn eines Blogs ist, werde ich einfach mal knapp zusammenfassen, was wir hier von der Permakultur dazu lernen. Ich hoffe ich schaff’ das einigermaßen kurz und verständlich.
1. Realisieren was für externe Faktoren auf uns einwirken von denen das Gefühl von “Fremdbestimmung” aufkommt. Ob es die Erwartungen von Gesellschaft, Kolleg*innen, Familie, Freunden sind oder Einflüsse aus Filmen oder Serien, (sozialen) Medien, Werbung und geschicktes Marketing von Firmen … es sind jedenfalls oft mehr als wir denken! Uns diesen Faktoren wirklich bewusst zu sein, lässt uns oft schon reflektieren was wir wirklich wollen und freier zu sein für die eigenen Bedürfnisse. Nur wenn wir diese kennen, können wir danach handeln.
2. Realisieren was für “innere” Faktoren, entstanden aus Erfahrungen des eigenen Lebens, unterbewusst auf uns einwirken – die uns geprägt haben, Vorurteile und bestimmte Gefühle und Gedanken hervorbringen, über die wir auch gefühlt keinen Einfluss haben. Uns dies bewusst zu machen gibt den gleichen Effekt und Blick auf unsere wirklichen Bedürfnisse!
3. Bewusster auf unsere Sprache achten (denn Sprache schafft Realität!): – das Wort “müssen” mit “möchten” ersetzen und sich dann einfach mal fragen: äh, möchte ich das wirklich? Dann basierend auf der Erkenntnis, Alternativen abwägen und eine Entscheidung treffen! Vor lauter “muss-Sätzen” in meinem Leben treibt mich dieses “Spiel” noch in den Wahnsinn :-).
– das Wort “man” mit “ich” ersetzen. Beobachten wir uns selbst, wann wir die Worte MAN oder ICH verwenden und erforschen, wie sich das Ersetzen anfühlt, dann kann das schon einige Aha-Momente einfahren. So üben wir auf uns zu hören
– Verurteilungen und Bewertungen uns gegenüber anders angehen. Versuchen wir nicht direkt unsere Persönlichkeit zu verurteilen, sondern beziehen wir uns allein auf unser Verhalten. Das gibt uns viel mehr Raum und Chancen uns zu ändern und stempelt uns und andere nicht direkt ab oder steckt uns in Schubladen, sondern bezieht sich auf konkretes Verhalten. Beispiel: “Ich bin so faul” anders denken: “Wenn ich den ganzen Tag, wie heute, dumm rumsitze, fühl ich mich faul”. Kleine Veränderung, aber soll viel ausmachen. (Dies natürlich auch gerne gegenüber anderen Menschen üben)… Ach, zur Sprache gibt es zu viele “Übungen” um sie alle hier zu nennen.
4. Sich dafür Zeit nehmen, und sich dann trauen die erkannten Bedürfnisse und Gefühle auszusprechen und zu teilen! Es gibt verschiedene Techniken und Konzepte, die uns hierbei helfen wie z.B. in den Konzepten der gewaltfreien Kommunikation. 4. noch ganz viel mehr, aber dieseR Post ist ja jetzt schon zu lang!!!
So weit, so gut! Es mag erscheinen, dass diese “Übungen” ja eher “nur” dafür da sind, mehr über sich herauszufinden. Wenn dieser Schritt jedoch getan ist, greift er oft automatisch in den nächsten Schritt der dann selbst bestimmteren Handlung.
Naja, das war jetzt erstmal eine kleine aber feine Kurzfassung zum Thema Eigenverantwortung, welches eben auch unter die soziale Permakultur fällt. Falls ihr noch mehr wissen möchtet, könnt ihr mir gerne spenden könnt ihr Fragen stellen, kommentieren oder ihr könnt auch hier mal abstimmen…ich hab’ nämlich dieses coole Umfrage-Tool gefunden:
Wichtig: Wenn wir uns einfach nicht mit anstrengenden Themen beschäftigen wollen, uns nicht bereit oder fähig fühlen, keine Zeit dafür haben oder machen möchten, dann sollten wir uns nicht in der “Bringschuld” sehen, dies trotzdem zu tun. Wir sind alle auf unseren eigenen Abenteuern unterwegs, leben in ganz individuellen Situationen mit eigenen Kapazitäten und Ressourcen. Letztendlich ist es auch ein Privileg sich überhaupt Gedanken machen – und Initiative ergreifen zu können für ein besseres Leben, ein Leben nach den eigenen Werten zu führen, und die Aufarbeitung von Angst und anderen Gefühlen anzugehen. Diesem Privileg nachzugehen und für eine gesündere und gerechtere Welt für alle, die es selber nicht können, zu kämpfen? Entscheiden wir ganz für uns selbst!
Die Ökos und andere selbsternannten Weltverbesserer können uns dazu auch manchmal ganz schön Druck machen (Thema: (externe) gesellschaftliche Einflüsse auf uns?). Und dat is doch völlig kontraproduktiv. Also, macht euch locker! Tüdeldüüüüü
Ich liebe Schokolade in jeder Form, aber besonders auf dem Brot. Nutella ist natürlich geil, aber wie wär’s denn mal mit einem regionalen Schoko-Aufstrich, den du individuell süßen kannst und weißt was drin steckt?
Ich hab da mal was ausprobiert. Die Herstellung dauert nur ein paar Minuten, ist ganz einfach, dazu vielleicht sogar gesund – aber das Wichtigste: mega lecker!
Benötigt werden Zutaten, die du vielleicht alle schon Zuhause hast:
CA. 200 GRAMM (HASEL)NÜSSE CA. 250 GRAMM WEICHE BUTTER (VEGAN:MARGARINE) CA. 3 EL HONIG ODER ALTERNATIVES VEGANES SÜßUNGSMITTEL KAKAOPULVER 1 PRISE SALZ
Optional hinzufügen* VANILLE ZITRONENSAFT
So wird’s zubereitet:
Nüsse in der Pfanne (ohne Fett) anrösten. Je länger, desto kräftiger wird der Nussgeschmack.
Nüsse fein häckseln/hacken. Wenn du die Nüsse sogar erst häckselst und dann anröstest, wird der Geschmack NOCH intensiver…aber verbrennt auch schneller 🙂
Nüsse abkühlen lassen
Butter/Margarine mit dem Rührbesen schön cremig schlagen
Dann alle gewünschten Zutaten hinzufügen und weiter mixen.
Wenn dir der Aufstrich zu stückig ist, kannst du nun nochmal mit dem Pürierstab durchgehen und es zu einer cremigen Konsistenz pürieren.
In saubere Gläser füllen und ihm deinen individuellen Schoko-Namen geben!
Et voilá! Nach 1,2 Tagen schmeckt er noch besser, wenn sich alle Zutaten miteinander verbunden haben. Allerdings hält er sich auch nur circa 5 Tage, also beachte dies in deiner Kalkulation der Menge. Schau einfach mit der Mengenangaben, was für dich passt. Dies soll nur eine grobe Orientierung sein. Auch kannst du zum Beispiel die Nüsse und Butter mit einer gekauften oder auch selbstgemachten Mandelcreme oder Erdnusscreme ersetzen und daraus einen Schoko-Aufstrich machen (Dann ist er zwar nicht mehr ganz so regional und anspruchslos in der Herstellung, dafür aber auch ziemlich grandios). Wir bestellen hier auf Hof Luna zum Beispiel jede zweite Woche ein paar Mandelmus- und Erdnusscremegläser, die dann als “Luxusprodukte” für alle Bewohner*innen und Helfenden als Highlight zur Verfügung stehen, und natürlich immer ruckzuck aufgefuttert sind!)
Die freuen sich endlich raus zu kommen nach der Winterpause! April
Die Millionen Kühe auf unserer Welt verpesten unsere Luft mit ihren luftigen Ausstoßungen. Kühe und ihr ausgerülpstes Methan tragen stark zum Klimawandel bei. Kühe sind DIE KLIMA-KILLER.
Kühe haben seit längerer Zeit einen eher schlechten Ruf in unserer Gesellschaft. Durch Klima-Aktivisten wurde dieser leider noch miserabler, denn Kühe werden nun als schädliche Gas-Produzenten gesehen, nicht aber als die möglichen Bodenretter und einzigartigen Wiederkäuer-Helden, die sie sind.
Ich würd’ mit diesem Post jetzt gern ein bisschen über die Kuh schwärmen, denn die Zeit hier hat mich schon ein bisschen anders auf die mächtigen Tiere schauen lassen. Außerdem habe ich sehr spannende Sachen über Kühe gelernt. Vor allem in dem – sehr zu empfehlenden – titelgleichen Buch „die Kuh ist kein Klima-Killer“ von Anita Idel.
Es könnte nämlich so schön sein!
chillin’
Das mit dem Methan ist natürlich richtig. Methan ist tatsächlich 25x klimaschädlicher als CO2. Kühe produzieren Methan, ja. Jedoch wird von Klima Aktivist*innen eigentlich nie gehört, dass Kühe eines noch viel besser können als dem Klima zu schaden – nämlich: zur Begrenzung des Klimawandels beitragen!! Wie?
Artgerechte Weidehaltung – auf die Weide mit ihnen! Nachhaltige Weidehaltung der Kühe fördert die Bodenfruchtbarkeit und schafft Humus (der fruchtbare, organische Teil des Bodens). Und mit jeder zusätzlichen Tonne Humus im Boden wird die Atmosphäre um circa 1,8 Tonnen CO2 entlastet. Wenn wir die Kühe artgerecht auf der Weide grasen lassen, sind nicht nur sie sehr zufrieden (sie könnten ihr ganzes Leben lang nur von Gras leben), sondern auch unser Boden profitiert in Form ihres einzigartigen Kuhmists (einzigartig auf Grund ihres Verdauungssystems), das Klima und alle Lebewesen, incl. uns Menschen, die nur in Symbiose mit einem gesunden Boden langfristig überleben können.
Mehr Lächeln statt Lachgras! Die höchsten durch die Landwirtschaft verursachten Emissionen gehen nicht von Methan aus, sondern von synthetischen Stickstoffverbindungen. Damit werden die großen Monokulturen – besonders Mais und Getreide – für die Produktion von Kraftfutter in der intensiven Landwirtschaft gedüngt. Die Düngung verbraucht viel Energie und setzt Lachgas frei – und Lachgas ist 295 mal klimaschädlicher als CO2. Kühe werden also, anstatt sie artgerecht mit ihrem Lieblingsessen Gras zu füttern, auf Hochleistung gezüchtet mit Kraftfutter (Mais und Getreide). So roden wir nicht nur immer mehr Flächen für den Anbau von Mais und Getreide für Kühe, sondern verschwenden auch wahnsinnig viel Energie und wertvolle Nahrung für den Menschen, denn wir haben die Kuh zum Nahrungskonkurrenten gemacht. Und des alles für Nix – denn die Kuh frisst doch am liebsten Gras.
Gras ist jedoch weder energiereich genug für die Hochleistung, die wir der Kuh heutzutage abverlangen, noch genug vorhanden für all die Millionen Kühe auf der Welt. Milch und Fleisch aus Intensivproduktion sind also nur scheinbar billig. Die Rechnung dessen tragen wir alle gemeinsam später. Denn intensive Landwirtschaft verdrängt mit Monokulturen die biologische Vielfalt und den CO2-Speicher der Erde: Wald, Grünland und ihr Boden!
Machen wir die Kühe also nicht zu “Klima-Killern”, sondern zu den Klima-Helden! Machen wir sie nicht zu unseren Nahrungskonkurrenten, sondern lassen sie Gras fressen und ihren Mist für uns und die Erde arbeiten! Lassen wir die Lachgas-Produtktion, und zaubern ihnen ein Lächeln auf’s Gesicht!
foto credits @ Mr.smilingcow
Kuh-zunft Je mehr Menschen auf der Erden leben, desto wichtiger wird die Bodenfruchtbarkeit zur Sicherung der Ernten. Das agroindustrielle System heizt den Klimawandel an und erhöht die Risiken für die Welternährung ganz schön doll. Unsere Böden verlieren immer mehr an Fruchtbarkeit und dies gilt es zu stoppen! Die Zukunft der Kuh und ihrer Haltung (und all ihren Vor- oder Nachteilen) liegt in unseren Händen! Wir können alle mithelfen, dat is ja das Schöne: mit dem Verzicht oder mindestens starker Reduzierung von Fleisch aus der intensiven Landwirtschaft, mit dem Einkauf von Fleisch von Höfen, die nachhaltige Weidehaltung praktizieren, mit leckeren Alternativ-Rezepten zu Fleisch, mehr Aufklärung und Verständnis gegenüber diesen Themen und mit solidarischer Unterstützung für diejenigen, die sich keine “Weidehaltung” – Produkte leisten können. Supi, tschau tschau und bis bald
Für alle, die – aus welchen Gründen auch immer – keine Tier-Milch trinken, ist Hafermilch eine beliebte Alternative. Sie ist regional, da Hafer auch hier bei uns in Deutschland wächst (im Gegensatz zu z.B. Reis oder Mandeln), ist für die meisten Menschen gut verträglich und hat -wie ich finde- auch noch einen sehr guten Geschmack. Und noch ein Pluspunkt: Hafermilch ist super leicht selber herzustellen.
Und wie?
Für einen liter Hafermilch benötigst du
– 100g Haferflocken – 1 Liter Wasser – evtl. etwas Öl – evtl. etwas Salz – Standmixer/Pürierstab – Schüssel – Nussmilchbeutel/FEINES Geschirrtuch/Leinentuch o.ä.
Der Hafermilch-Herstellungspozess
Zuerst werden die Haferflocken in Wasser eingeweicht. Bei groben Haferflocken am besten über Nacht, für zarte reichen auch ein paar Stunden. Schaut einfach ob sie sich schon schön weich anfühlen.
Im nächsten Schritt wird das Ganze im Standmixer oder einfach mit dem Pürierstab fein zerkleinert. Es können nach Belieben Salz oder auch ein Schuss Öl (z.B. Sonnenblumenöl) dazu gegeben werden. Natürlich können die Süßen unter euch auch Zucker, Honig oder andere Süßungsmittel, Vanille, Zimt o.Ä. hinzufügen für den ultimativen Extra-Kick.
Das Gemisch anschließend in den Nussmilchbeutel gießen (oder deine Alternative) und irgendwo aufhängen. Zum Beispiel an den Griff eines Küchenschranks. Oder vielleicht hast du ja auch einfach irgendwo einen Nagel oder eine Schraube, an der du es aufhängen kannst. Eine Schüssel zum Auffangen drunter stellen- et voilà.
Nach dem Einweichen, kommen die Haferflocken incl. Wasser in den Mixer
Einmal gut durchmixen…
In den Beutel schütten, in eine Schüssel abtropfen lassen und den Sack einfach ein bisschen abhängen lassen
Abgefüllt ab in den Kühlschrank
Tada! Julia und ihre Milch
Du kannst den Beutel natürlich auch einfach gut auspressen und dir damit das Aufhängen sparen. Doch mit etwas Geduld erledigt die Schwerkraft die Arbeit für dich (und wahrscheinlich sogar noch ein bisschen effizienter).
Die fertige Hafermilch kann nun in Flaschen abgefüllt werden und ist im Kühlschrank aufbewahrt auch einige Zeit haltbar.
Nicht wundern, bei der selbstgemachten Hafermilch setzt sich der Hafer mit längerem Stehen noch stärker am Boden ab als bei gekaufter Hafermilch, Deshalb: Immer gut schütteln!
PS: Der ausgepresste Hafer kann hervorragend für den Frühstücks-Porridge am nächsten Morgen weiterverwendet werden 🙂
Ein permakultureller Garten soll gut geplant sein. Als ich im März das Ausbildungsjahr anfing, hatte ich jedoch keine Ahnung oder praktische Erfahrung von Permakultur. Trotzdem sollten wir jeder einen Abschnitt im Gemeinschaftsgarten bekommen, den wir für uns selber gestalten und bewirtschaften dürfen: ganz nach unseren Wünschen und Vorstellungen und nach permakulturellen Gestaltungsprinzipien. So gut es ging ohne große Expertise. Trotz Anleitung, Literatur und Internet-Recherche lief und läuft es jedoch trotzdem eher nach dem Motto: learning by doing.
Und es macht Spaaaaaaaß! Vor allem ist es grandios zu sehen, wie schnell alles wächst und gedeiht und ein besonderes Fleckchen entstehen kann. Um euch ein bisschen von der Entstehung und der Entwicklung meines Gartens zu zeigen, kommen hier gesammelte Fotos von Day 1 bis Day 117 (Gestern 🙂 ).
Anfang März: Zugewachsene 80m² große Fläche; kalt, wenig Sonne, regnerisch Erste Aufgabe: Überblick verschaffen und Fläche vorbereiten. Der Teil war im Vorjahr nur wenig bepflanzt, und wurde daher von Gras überwuchert.
Noch hoch motiviert am Hacken
Ende März: es wird etwas wärmer und sonniger. Nach endlosen Tagen des Hacken, Jäten und Rupfen ist die Bodenvorbereitung fast abgeschlossen und die Erde ist quasi frei und bereit für meine ersten Einsaaten. Gründünger (dicke Bohnen) wurde im hinteren Teil des Beetes gesät um den Boden aufzulockern und auf starkzehrende Kulturen (wie z.B Kürbis) vorzubereiten.
Fast geschafft
Dutzende Schubkarren später….
Ein Permakultur-Prinzip heißt: Gestalte immer vom Muster ins Detail. Das bedeutet: Schaffe dir mit einem Muster eine grobe Struktur, die die Qualitäten deines Gartens erfüllt (kurze Wege, übersichtlich, schön, entspannend, etc…). Nach laaaaaangem Überlegen und tausend Skizzen später, habe ich mich für das folgende Muster entschieden. Die Beete habe ich dann mit Stroh-Mulch bedeckt, um den Boden vor der Kälte und Witterung zu schützen und ihn schon Mal etwas mit Nährstoffen zu “füttern”. Mulch soll ja generell ziemlich wichtig für einen nährreichen Boden und die Humusbildung sein.
Ein paar Beispielsskizzen
Durch den Stroh-Mulch wird die Beetstruktur erkennbar
Ganz fachmännisch am Planen 😉
Wege zum Teil schon mit Häcksel gekennzeichnet
Anfang April: Wegbegrenzungen werden gesammelt und gelegt und Rankhilfen (Stöcke) aufgestellt…Pflanzenpläne, Mischkultur-Listen, und Zeitpläne mit den Einsaat-Daten sind schon erstellt worden. Permakultur-Gestaltungsprinzipien habe ich so gut es ging beachtet. Puh, also der grobe Plan steht. Endlich schaffe ich es auch mal wieder zu anderen Büchern als über das Gärtnern und die Pflanzenwelt zu greifen.
Mai: Die ersten Kulturen sind gesät und eingepflanzt, langsam wird es grüner, der Klee in der Sitzplatz-Area meines Gartens fängt an zu wachsen, Malven fangen an groß zu werden, kleinere Strukturen werden eingefügt, es wird immer belebter!
G
Ein erster Versuch, die fertigen Strukturen maaßstabsgetreu zu erfassen
Juni: Es wird bunt!! Tomaten können ins Freiland gepflanzt werden, Blumen, Kulturen und Kräuter sprießen nur so aus der Erde. Bienen Hummeln, und viele andere Insekten beglücken sich an der Pracht der Blüten und Blätter. Die Arbeit, die an der Pflege der Kulturpflanzen hängt, wird immer mehr. Kohle müssen vor Schädlings-Raupen geschützt werden, Kartoffeln vor Kartoffelkäfern, manche Kulturen vor anderen Pflanzen. Wenn man mal ein paar Tage nicht in den Garten kommt, muss man schonmal nach den Kulturen suchen, wenn sie vom vielen Unkraut überwuchert wurden. Vor allem in der letzten Zeit auf Grund des Wechsels von Regen und viel Sonne sprießt es nur so: Stoooooooooooooooooopppp!! Oder auch nicht?! Ahhhhhhhh
24. Juni: Nach frischem Jäten hier ein Foto aus der Vogelperspektive, auf dem die Ausgangsstruktur nochmal gut zu sehen ist. Eine kleine Wohlfühl-Oase mit naschbereiten Erdbeeren, frischen Salaten und Kräutern, fast erntereifen Erbsen und Bohnen, essbaren Blüten und Blumen, reifenden Tomaten, gepflanzten Kürbissen, Gurken und Melonenpflanzen. Trotzdem sind einige Beete noch frei und werden in den kommenden Wochen bepflanzt. Der Garten ist im ständigen Wandel und ich freu’ mich schon euch die nächsten Fotos dann aus Juli, August, September und so weiter zu zeigen! Oder ihr kommt einfach vorbei, jippie!
Julius Fotokünste – danke an den Flugexperten!
Ein Garten oder ein Teil davon dient sehr gut zur Übung und Anwendung von den Permakultur-Prinzipien. Dies ist also mein erstes Heranwagen an die Permakultur. Wie man mit den gleichen Gestaltungsprinzipien auch andere Systeme gestalten kann, unter Anderem auch soziale “Räume”, finde ich besonders spannend. In meinem ersten Permakultur-Design-Kurs Anfang diesen Monats habe ich dazu sehr viel gelernt. Eine kleine Reflektion zu dem Kurs versuche ich nächste Woche zu schreiben. Allgemein zur Permakultur kommt bald mehr! Eine schöne letzte Juni Woche 🙂
Donnerstag Abend: Es ist 21:30h. Ich, und ein paar andere aus dem Bereich der Permakultur, sitzen noch am Abendbrottisch, essen, quatschen. Die ersten Leute aus der Landwirtschaft treffen ein. Die beiden, die den Nachmittag-Stalldienst gemacht haben. Ist was passiert – oder warum seid ihr so spät dran? Ein Kälbchen ist krank und möchte nichts trinken. Das musste noch versorgt werden.
Mähhhen
Und wo sind die anderen? Die anderen drei sind noch auf dem Feld. Das Gras, was gemäht wurde, muss noch gepresst und gewickelt werden und das Wickelgerät streikt schon wieder. Na gut, denke ich mir, kann ja mal passieren.
frisch gemäht und gewickelt
Als um 22:30h immer noch keiner aufgetaucht ist, rufen wir sie an und fragen, ob wir den Abendbrottisch noch gedeckt lassen sollen oder ob wir ihnen was bringen sollen. Die Antwort: Es dauert noch, wir haben keine Zeit zu essen, wollen lieber schneller fertig werden. Es werden trotzdem Brote geschmiert und mit Fahrrad und Stirnlampe die Brotdosen zum Feld gebracht. Am nächsten Morgen erfahre ich, dass die drei noch bis 1h zu Gange waren. Und trotzdem waren sie morgens um 6 wieder in der Stallschicht. Die Tiere müssen ja versorgt werden. Halleluja!
Läuft – ordentlich was weggeballt
Ein neuer Mitarbeiter, der auch schon auf einigen anderen landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet hat, meinte neulich nur ziemlich trocken: Na hör mal, hier is’s sogar noch sehr friedlich und entspannt. Ich meine wir setzen uns teilweise noch zusammen an den Rand und essen nicht alleine im Trecker beim Fahren – oder eben gar nicht. Da hab ich schon ganz anderes erlebt. Ich frage mich, wie die Menschen, die hier schon morgens – mit einer Kanne Kaffee vor sich und zerknittert vom Schlafmangel – noch mehr Leistung zeigen sollen als sie es so schon tun. Überhaupt frage ich mich, wie diese Leute trotzdem noch so humorvoll und oft positiv gestimmt sein können! Und sogar in der Stall- und Hof freien Zeiten so aufgeweckt über Landwirtschaft sprechen können! Während ich ihr Engagement, die Energie und Leidenschaft stark bewundere, stimmen mich diese Verhältnisse sehr nachdenklich.
Auch in den nächsten Tagen wird das Mittagessen und Abendessen aufs Feld gebracht oder in Schichten gegessen und trotzdem noch bis spät in die Nacht gearbeitet. Es ist nun mal Erntezeit. Der Futterwert geht verloren, wenn das Gras nicht zügig verarbeitet und zu Ballen gemacht wird. So ist es eben wenn auf eine hohe Qualität des Futters für die Kühe Wert gelegt wird. Vollwertiges Futter macht die Tiere stark und gesund, bringt ein gut und langes Leben und eine ausgezeichnete Milch. Das kostet aber Zeit und Arbeitskraft.
Problem: Mehr Leute einstellen ist finanziell nicht drin, weniger Tiere bringen zwar weniger Arbeit aber auch weniger Milch und daher weniger Geld. Die Wirtschaftlichkeit so eines Hofes hängt sicher von vielen Faktoren ab. Sicher kann man auch hier noch Dinge optimieren, doch es ist kein Geheimnis, dass Höfe wie dieser es oft schwer haben zu überleben. Die Politik hat in den letzten Jahrzehnten die Ausbreitung größerer, industrieller landwirtschaftlicher Betriebe gefördert und das Aussterben kleiner Betriebe begünstigt. Umweltschutz und artgerechte Haltung wurden wenig berücksichtigt. Wenn, unter anderem, Biodiversität und der Erhalt seltener Arten, Bodenaufbereitung und andere Ökosystemleistungen im Mittelpunkt ständen, sähe es finanziell wahrscheinlich auch hier anders aus. Dazu kommen natürlich noch weitere Faktoren wie eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung und Unterstützung von Kleinbauern und Bäuerinnen und dessen Produkte sowie das Bezahlen oder Tragen der realen Kosten für Nahrungsmittel – von uns Kunden, vom Staat, von wem auch immer. Die Preise für viele Lebensmittel sind schon lange utopisch, wenn man die Lieferketten und Produzenten wahrhaftig berücksichtigt. Da bleibt einem doch nix anderes übrig, als den Unglaube mit den Worten von Marc-Uwe Kling’s Känguru “das kann doch wohl nicht Warzenschwein” auszudrücken.
Fun in the sun
Die Kühe im Melkstand
Es ist schwierig eine glimpfliche Lösung für alle zu finden: den Landwirten mit ihren sehr diversen Betrieben auf einen Pfad zu bringen, ihnen faire Arbeitsbedingungen zu erlauben und sie zum Überleben nicht in die Industrialisierung zu weisen, einen realen Preis für die Lebensmittel zu erzielen, den Kunden jedoch preislich nicht zu viel zumuten zu müssen, was soziale Ungleichheiten verfestigen könnte, und die wirtschaftlichen und ökologischen Erträge ausgeglichen zu halten.
Landwirt*innen mit Betrieben, die die Gesellschaft und Natur durch Umweltschutz, artgerechter Tierhaltung etc. mit weit mehr als nur Lebensmitteln versorgen, gilt es zu unterstützen. Es gibt verschiedene Wege dies zu tun. Auch als Käufer, können wir die Produzenten wählen, dessen Handeln mit unseren Werten vereinbar sind, und somit gleichzeitig ein politisches Zeichen setzen. Auch das Konzept der solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) ist eine unter vielen Möglichkeiten Landwirt*innen zu unterstützen. Kennt ihr noch mehr?
SoLaWis- Solidarische Landwirtschaft
Bei diesem Konzept schließt sich ein landwirtschaftlicher Betrieb mit privaten Haushalten zusammen. Die privaten Haushalte tragen die Kosten des Betriebs (oft durch einen monatlichen Beitrag) und erhalten dafür den Ernteertrag. Der Betrieb ist abgesichert und unabhängig von Marktschwankungen oder wetterbedingten Ernteeinbußen. Die Kunden haben eine direkte Verbindung zu ihrer Nahrung und bekommen frische und lokale Lebensmittel. Einfach aber genial.
Tschüssikowski: Chaotische Grüße aus der Hof-Redaktion