Ackern was das Zeug hält!

Grüß Gott

Liebe Leute,

nach etwas längerer Zeit, melde ich mich wieder aus Everode. Verzeiht mir mein schläfriges Internet-Da sein, mein Laptop ist mir kaputt gegangen, und jetzt hau ich auf einem geliehenen Computer in die Tasten! Hier sind die letzten zwei Wochen ganz schön schnell vergangen. Gleichzeit kommt es mir vor, als wäre ich schon mehrere Monate hier. Weil SO VIEL passiert, jeden Tag auf’s Neue. Ich fasse kurz die Highlights der letzten 14 Tage zusammen, und werde euch dann hoffentlich mit einem leckeren, einfachen Bärlauch Rezept erfreuen.

Die letzten zwei Wochen waren super lehrreich, sonnig, warm, dreckig, lustig und musikalisch! Es wurde geackert, was das Zeug hält, denn in unseren Permakultur-Gärten geht’s an die Bodenvorbereitung. Der Boden der verschiedenen Beete wird aufbereitet. Auf die fertigen Böden wird eine Ladung Mulch oder Grünsaat gestreut. Dies wird hauptsächlich für die Bodenlockerung und den Bodenschutz gemacht, bevor wir dann die „richtigen“ Einsaaten im April/Mai machen. Denn viele neu gesähten Pflanzen würden den Frost, der gerne auch nochmal in Mainächten auftaucht, wahrscheinlich nicht überstehen. Die mehrjährigen Saaten, die auch noch in den Beeten liegen, müssen außerdem gecheckt, gepflegt und gemulcht werden. Gartenwerkzeug wird repariert, Komposte neu angesetzt und alte weiter angerichtet, das Gewächshaus vorgestellt, und Keimteste und Anzucht gestartet. Und wir haben weiter an unseren eigenen Gartenstücken geplant und designt! Einen ersten Entwurf meiner 80 Quadratmeter werde ich euch bald vorstellen: Er wird grandiooooos!

Komposte und Arbeits-Equipment am Rande des Permakultur Gartens
Ich bei der Bodenvorbereitung im Sonnenschein

Eine letzte Winter-Frühjahr-Ernte gab es auch noch. Wir konnten, wegen der sehr gemäßigten Wintertemperaturen, noch Weiß-, Grün- sowie Rosenkohle, rote, weiße und gelbe Beete, Pastinaken, Lauchzwiebeln und Lauch, verschiedene Salate und ich hab bestimmt noch was vergessen, ernten! Jetzt wissen wir jedenfalls, was es die nächsten Tage erst Mal zu Essen gibt – auch wenn vieles davon schon zu Sauerkraut, Aufstrichen und Saucen eingemacht oder weiterverarbeitet wurde: Küchenpartys mit Wasch-, Schneide- und Verpackungsstationen sind hier keine Seltenheit. Da hüpft mal nicht nur klein Fela („unser“ einjähriges, süßes Hof-Baby) ganz aufgeregt in der Küche herum…

Im Garten- und Küchenbereich ist auf jeden Fall immer was zu tun! Jede Woche wird frischer Joghurt, Quark und Frischkäse von der Milch unserer „Angler“ Rinder zubereitet und jeden zweiten Tag backt einer von uns in unseren „Back-Schichten“ sechs köstliche Sauerteig-Brote aus selbst angebauten und gemahlenen Roggen und Weizen. Hier sind meine ersten 6, tada!

Sauerteig-Brote à la Hannah

Ein großes Highlight war der Besuch von Mama und Julia, die natürlich ganz fachmännisch mit angepackt haben. Resultat des Besuchs: Julia fängt im Juni auch auf dem Hof an (JIPPIE!) und Mama hat – zurück Zuhause – ihren ersten Sauerteig-Starter angesetzt und zack, zack, ein Sauerteigbrot, inspired by Hof Luna, aus dem Ärmel geschüttelt! Das komplette Rezept incl. Sauerteig-Starter werde ich auch bald posten, dann können es vielleicht noch mehr von euch Zuhause ausprobieren! (Oder vielleicht habt ihr euer eigenes Sauerteig-Rezept, was ihr teilen wollt!)

Ab Juni mit Juli

Jeden dritten Freitag findet hier ein Regionalmenü statt, zubereitet von Küchenexpertin und Hof-Freundin Martina. Das Menü erstreckt sich über 5 Gänge der edelsten deutschen Küche. Für viele ein Highlight. Für mich ein Tag, an dem ich ein klar und deutliches „Nein danke, ich möchte nicht“ üben sollte. DENN ES GAB GESCHÄLTE RINDERZUNGE! Da ich mich unwissend freiwillig dazu bereit erklärt hatte, an diesem Tag bei den Vorbereitungen zu helfen, wurde mir in kürzester Zeit ein zartes Zungenstückchen, aufgespießt auf einer Gabel, hingehalten. Die Zunge wurde von der Köchin wirklich SO stolz serviert und zelebriert, dass ich EINFACH NICHT NEIN sagen konnte. Nach sechs Jahren Vegetarier-Da sein und einem kurzen Gestotter von: “Ja also eigentlich esse ich ja gar kein Fleisch aber mmmh, danke”, rein damit….eine dicke, fette, geschälte Kuh-Zunge in meinem Mund….selbst Schuld aber agggghhhhrrr…..

Kommen wir aber wieder zu erfreulichen Leckereien. Ein großes Highlight zu dieser Jahreszeit sind die vielen Bärlauch-Felder im Wald nebenan! Aufgrund des frühen Frühlingsanfangs sprießen sie hier schon aus der Erde, und sind ja vielleicht auch schon bei euch draußen! Hier geht mindestens 1x täglich jemand Bärlauch pflücken, es riechen langsam alle bärlauchig gleich und Hof Luna wird zu einem Bärlauch-Bunker! Bärlauch ist lecker und rundrum gesund, deshalb findet ihr hier in meinem anderen Post auch ein köstliches, einfaches Rezept und ein paar lesenswerte Fakten dazu! In diesem Sinne, bis die Tage und bleibt gesund!

Nach dem Bärlauch pflücken im Wald nebenan

2 thoughts on “Ackern was das Zeug hält!

  1. Und deine köstlichen Brote habe ich inzwischen nachgebacken. Mir fehlt noch etwas Übung, aber schon mega leeeeecker! Es war so schön bei Dir Hannah ❤

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